Sex, Nazis, Nachkriegsdeutschland, 68er

Heute möchte ich auf verschiedene Zeitungsartikel die auf einem Buch basieren aufmerksam machen. Die berühmten 68er wollten mit der Befreiung der Liebe gegen die faschistische repressive Sexualmoral der Nachkriegszeit demonstrieren. Dagmar Herzog beschreibt in ihrem Buch „Die Politisierung der Lust“ ein ganz anderes Bild der Geschichte. Dort wird beschrieben, das die repressive Sexualmoral schon der antifaschistische Konter auf die sexuelle Freizügigkeit und teilweise Emanzipation in der NS Zeit war. Somit waren die antifaschistischen 68er im Geiste quasi, aus Unwissenheit, in der Tendenz eher faschistisch.

Die Kirche wurde in der NS zurückgedrängt und die Scheidungsgesetze gelockert. Natürlich hatte die Biopolitik des Regimes Gründe, denn sie forderte Kinder um mehr Soldaten zu bekommen. Und natürlich sollten sexuelle Kontakte nur unter Volksgenossen stattfinden und nicht mit Kriegsgefangen, Erbkranke, Juden, usw….

Ich möchte dies in meinem Artikel auch nicht vertiefen, weil dies alles in den Artikel beschrieben wird, dafür habe ich folgend ein paar Ausschnitte gewählt. Finde die Geschichte der Nachkriegszeit immer spannender, möchte in der Hinsicht auch nochmal auf das spannende Video Unser Wirtschaftswunder – Die wahre Geschichte verweisen, indem weitere Legenden der Nachkriegszeit aufgedeckt werden.

Die Entdeckung: Was die 68er über den Nationalsozialismus dachten, passt mit dessen Interpretation in den fünfziger Jahren auffällig nicht zusammen. In den fünfziger Jahren galt der Nationalsozialismus als sexuell unerträglich permissiv, also schien Sittenstrenge das Gebot der Stunde zu sein, um die Republik moralisch neu zu fundieren. Den 68ern hingegen galt der Nationalsozialismus als sexuell repressiv, als ein Regime unterdrückter Lust, also erschien vielen die sexuelle Befreiung als der gebotene Weg, die Republik von ihrer Vorgeschichte zu emanzipieren.

Auch für ihre Analyse der sechziger Jahre zieht Herzog aus dem kompexen Geflecht der Faktoren nur die Fäden der Sexualitätsgeschichte heraus. In ihren Augen ist die Freizügigkeit der 68er auch eine Konsequenz daraus, den Massenmord als Folge sexueller Unterdrückung zu erklären. In der Sexualmoral der fünfziger Jahre sah die junge Generation nicht die Neuorientierung, sondern ein Fortbestehen nationalsozialistischer Rigidität. Der strenge »Wunsch, nur gut zu sein«, den Sophinette Becker im Verhalten der neuen Linken ausmachte, entsprang auch der Strenge der Elterngeneration, welche die 68er als verschleierte Verdrängung von Schuld verstanden. Dass diese junge Generation dabei allzu oft in der Gefühllosigkeit gegenüber den Opfern verharrte, gehört zu den Kehrseiten des wütenden Selbstbefreiungsversuchs.

http://www.dereferer.org/?http%3A%2F%2Fwww%2Ezeit%2Ede%2F2005%2F42%2FST%2DLust%2DTAB

Das Regime thematisierte Sex öffentlich als etwas Natürliches und Reines und förderte den außer- und vorehelichen Geschlechtsverkehr – etwa in BDM, HJ oder Reichsarbeitsdienst. Diese Freizügigkeit erkläre auch die Bindung der Jugendlichen an das Regime.

http://www.dereferer.org/?http%3A%2F%2Fwww%2Esueddeutsche%2Ede%2Fkultur%2Fdas%2Dbuch%2Ddagmar%2Dherzog%2Ddie%2Dpolitisierung%2Dder%2Dlust%2Ddie%2Dgerman%2Dangst%2Dvor%2Dsex%2D1%2E892318

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